Alexa, was bedeutet NLP für meine Webseite?

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2018 wurde weltweit jede fünfte Suchanfrage über Sprachassistenten wie Alexa, Siri oder Google Home getätigt. Bis 2020 wurde sogar ein Anstieg auf 50% aller Anfragen prognostiziert.

Zwar wissen wir (noch) nicht, ob mittlerweile wirklich jede zweite Suchanfrage weltweit sprachbasiert ist, aber es ist dennoch klar, dass dieser Trend topaktuell ist. Aber was bedeutet das für die Platzierung von Webseiten?

In allererster Linie resultiert daraus, dass Suchanfragen hier nicht aus einzelnen Stichwörtern bestehen, sondern aus vollständigen Sätzen. Dieser Trend beschränkt sich jedoch nicht nur auf sprachbasierte sondern auch zunehmend auf händisch eingetippte Suchanfragen. 

Zum anderen bedeutet das, dass mehr „richtige“ Fragen à la „Wie wird das Wetter in München?“ oder „Wie viele Kalorien hat Spinat?“ gestellt werden, die mit einfachen Zahlen oder Wörtern beantwortet werden sollen – visuelle Ergebnisse wie Videos, Bilder etc. machen bei Alexa oder Google Home eben einfach keinen Sinn.

Das bedeutet, dass Google den Sinn und Kontext einer Suchanfrage verstehen muss – über das so genannte Natural Language Processing (NLP) oder zu Deutsch „natürliche Sprachverarbeitung“. Wie sich das bemerkbar macht, soll im Folgenden geklärt werden.

Wenn Dich das nicht interessiert und Du nur wissen willst, was Du als Webseitenbetreiber beachten sollst, klicke hier.

Google Hummingbird

NLP & Google Hummingbird

Um fit für NLP zu sein, wurde bereits 2013 extra ein neuer Google-Algorithmus veröffentlicht: Hummingbird. Dies stellte die größte Revolution seit 2000 dar, denn zuvor wurden nur einzelne Wörter und Kombinationen statisch – also ohne Sinnzusammenhang – bewertet.

Dadurch wurden den Nutzern mitunter die richtigen Seiten, mit geringfügig anderen Schlagwörtern („Keywords“) nicht angezeigt, was verständlicherweise sowohl bei Nutzern als auch Webseitenbetreibern zu Frust führt.

Hummingbird hingegen basiert auf semantischer Suche – es wird, wie oben schon angedeutet, der Zusammenhang zwischen den Wörtern betrachtet. Das ist jedoch leichter gesagt als getan. Natural Language Processing – kurz NLP – muss sowohl Synonyme als auch Homonyme zu den einzelnen Wörtern berücksichtigen.

Die Relevanz von Synonymen ist vermutlich recht selbsterklärend – mehr Synonyme bedeutet mehr Keywords bedeutet mehr Suchergebnisse bedeutet eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass das Richtige dabei ist.

Mit Homonymen sind Worte gemeint, die unterschiedliche Bedeutungen haben können. Beispiele hierfür wären Bank (Sitzfläche vs. Kreditinstitut), Ball (Kugel vs. Tanzveranstaltung) usw. Dass die Bedeutung des Wortes elementar für die Ergebnisse ist, ist denke ich selbsterklärend.

Homonym Blumenstrauß vs. Vogelstrauß

Knowledge Graph

Der jedoch wichtigste Aspekt einer semantischen Suche ist das gesammelte Hintergrundwissen. Dafür hat Google bereits 2012 den Knowledge Graph als riesige „Mindmap“ für verwandte Themen angelegt.

Gut sichtbar wird das zum Beispiel bei Suchanfragen zu medizinischen Themen. Dank dem Netzwerk MeSH (medical subject headings) werden bei Suchen nach „Herzerkrankungen“ auch spezifische Erkrankungen gelistet, deren Name der Nutzer unter Umständen zuvor gar nicht kannte (Das ist nicht gleichzusetzen mit online Diagnoseseiten wie netdoktor.de & Co.).

Im Mai 2020 hatte der Knowledge Graph bereits 500 Milliarden Fakten zu über 5 Milliarden Personen/Organisationen/Themen (Entitäten) gesammelt. Tendenz deutlich steigend!

Was Du als Webseitenbetreiber tun kannst

Wie eingangs schon gesagt, werden Frage – Antwort – Interaktionen immer wichtiger. Du solltest also Deine Seite entsprechend dafür fit machen.

Das funktioniert am besten, indem Du deine Daten „strukturierst“. Dadurch machst Du es Google leichter Deine Seite auszuwerten und den richtigen Nutzern vorzuschlagen.

Strukturierte Daten können dem Nutzer direkt mit den relevanten Infos präsentiert werden. Wie bspw. die Kochzeit bei einem Rezept oder ähnliches sein. Google zeigt dann Deine Seite ganz oben noch vor den „normalen“ Links an.

rich results bei der Suche nach Flammkuchen

Solche Darstellungen nennt man Rich Results – das heißt, alle Suchergebnisse, die nicht den blauen Standardlink haben, sondern Dir wichtige Infos direkt anzeigen. Neben Rezepten können das auch Bilderkarusells (bspw. für Werbeanzeigen), „Ähnliche Fragen“, Jobangebote oder Kurzantworten auf Deine Suchanfrage sein.

Nun stellt sich aber natürlich die Frage: Wie strukturiere ich meine Daten richtig?

Google präferiert dafür ganz klar das JSON-LD Schema. Dabei werden im <head>-Quelltext der Webseite zu bestimmten IDs die zur eigenen Seite passenden Kategorien eingetragen. Das sieht dann bspw. so aus:

Beispiel eines JSON-LD-Schemas

Als Tool für die Erstellung solcher Skripte eignet sich bspw. https://technicalseo.com/tools/schema-markup-generator/

Bei einem Rezept könnte hier bspw. noch die Bewertungen oder Schwierigkeit angegeben werden.

Zwar verbessert die Strukturierung nicht Dein Ranking innerhalb der Ergebnisse, Deine Seite wird aber prominenter dargestellt und Deinen Kunden wird schon vor dem Aufruf der Seite gezeigt, was sie zu erwarten haben. Damit sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sie enttäuscht werden und sie bleiben somit länger auf Deiner Seite und kaufen wahrscheinlicher etwas (Steigerung der Conversion rate).

Es gibt jedoch noch weitere Möglichkeiten um Teile einer Webseite als Rich Result anzeigen zu lassen. Ein Beispiel hierfür wären geordnete oder ungeordnete Listen. 

Listen werden per NLP direkt ausgewertet

Wichtig dabei ist, dass Du Google klarmachst, welche Frage Du mit Deiner Liste beantworten möchtest. Das schaffst Du, indem Du vor die Punkte eine Überschrift setzt, die das passende Fragewort enthält („Was Du an Deiner Ernährung ändern sollst um abzunehmen“, „Wie Du Dein SEO für die semantische Suche anpasst“ usw.).

Indem Du die Antwort mittels <ol> (nummerierte Liste) oder <ul> (Bulletpoints) in Teilschritte gliederst oder Datensätze als Tabellen formatierst, steigerst Du so die Chance als Rich Result angezeigt zu werden.

Wie Du Semantische HTML integrierst

Dieser vorletzte Abschnitt zeigt noch ein paar Änderungen, die Du direkt in Deinem Quellcode vornehmen kannst, mit denen Du nicht nur Google helfen kannst

Der Trend zu semantischer Suche und NLP hat sich auch in der grundlegenden Programmierung mit HTML niedergeschlagen: Zwar lassen sich Webseiten auch nur mit <div>-Tags „strukturieren“, wesentlich praktischer sind jedoch die mit HTML5 eingeführten Tags <header>, <article>, <nav> etc.

Darstellung der neuen Tags von html5

Diese Tags helfen dabei aber nicht nur Suchmaschinen sondern zum Beispiel auch sehbehinderten Menschen, die auf Programme zur akustischen Auswertung der Seiten angewiesen sind.

Fazit

Fassen wir nun zusammen, was Du aus diesem Blog mitnehmen solltest. 

Google hat die Auswertung der Webseiten an das geänderte Nutzerverhalten angepasst und schaut viel mehr nach dem eigentlichen Sinn einer Seite oder eines Blogs. Daraus ergibt sich entsprechend Optimierungsbedarf: 

Zum Einen ist es super wichtig, Daten zu strukturieren um den Nutzern „einen Vorgeschmack“ zu geben. dazu gehört ebenfalls, das Konstrukt der Webseite mittels der neuen HTML5-Tags anzupassen.

Zum Anderen sollten Deine Beiträge und Seiten für die klassischen „W-Fragen“ (Was, wie, welche, wer) ausgelegt sein. Passe hierfür gegebenenfalls Deine Überschriften an und sortiere Daten in Listen und Tabellen.

Darüber hinaus gibt es natürlich noch viele weitere Stellschrauben, auf die wir platztechnisch nicht eingehen konnten. Wir von mōmentum helfen Dir dabei gerne weiter.

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