Was Du als Unternehmer über Data Analytics wissen musst

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Data Analytics ist auf dem Vormarsch

Viele kleine Unternehmen scheuen sich davor, vorhandene Prozesse auf Daten zu basieren oder diese dahingehend umzustellen. Dabei fehlt bei Unternehmen oft der Zusammenhang, welche Information aus Daten gewonnen werden kann.

Hinzu kommen immer mehr Berufsbezeichnungen und Buzzwords – wie Data Scientist, Data Engineer, Business Intelligence Architect – die zusätzlich zu Irritationen führen. Aber braucht man wirklich viele Ressourcen, um aus Daten einen Gewinn zu ziehen?  

In diesem Blogartikel möchten wir Dir drei Fragestellungen dazu beantworten

  1. Wie kann ich für mein Unternehmen Daten sammeln?
  2. Wie schütze ich die Daten, welche ich erhoben habe?
  3. Was mache ich, wenn ich die Daten erhoben habe?

Was vor 25 Jahren eine einzige Person benötigt hat – den Statistiker – ist inzwischen ein sehr diversifiziertes Feld. Gründe dafür sind eine schnelle Weiterentwicklung von Technologien, ein enormes Wachstum von Daten und immer genauere Vorhersagen. Dadurch ergeben sich auch in Unternehmen neue Handlungsfelder.

Diese Handlungsfelder lassen sich grob in drei Tätigkeiten beschreiben. Das erste Tätigkeitsfeld beschreibt, wie eine Datenbasis fehlerfrei aufgebaut werden kann und welche zusätzlichen Ressourcen (bspw. Cloud Technologien etc.) dafür benötigt werden. Bei der zweiten Gruppe geht es darum, mögliche Kennzahlen herauszufinden und auf der Datenbasis Reportings oder Dashboards zu erstellen. Die letzte Gruppe kümmert sich um das erstellte Reporting und versucht mithilfe von statistischen Methoden Muster zu erkennen.

Wie sammle ich Daten?

Reporting in Papierform und auf einem Tablet

Durch die Möglichkeiten des Internets stehen traditionelle Geschäfte immer mehr unter Zugzwang. Digitale Unternehmen gewinnen durch Daten wichtige Erkenntnisse über Kunden und können so ihre Strategie darauf anpassen. Bekannte Beispiele sind Netflix und Amazon.

Netflix weiß recht schnell, welche Art von Film Du Dir als nächstes anschauen möchtest und schlägt Dir diese vor.  Wenn Du eine Sonnenbrille kaufst, kann Amazon währenddessen einschätzen, dass Du zu einer gewissen Prozentzahl auch Sonnencreme kaufen wirst. Diese Produkte werden daraufhin von Amazon vorgeschlagen. Aber nicht nur in großen Unternehmen macht dies Sinn, sondern auch in kleinen Unternehmen. Eisverkäufer können aufgrund des Wetters die Eis Menge planen, welche sie verkaufen werden oder Modeverkäufer, wie viele Kleider verkauft werden.

Zunächst einmal solltest Du herausfinden, was die Daten für eine Auswirkung auf Dein Geschäft haben sollen. Grundsätzlich können Daten fünf verschiedene Nutzen haben:

  • Bessere und fundiertere Entscheidungen für Dein Geschäft treffen. Eine typische Fragestellung hierfür wäre „Was ist die effektivste Marketingkampagne für mein Unternehmen?“
  • Das eigene Produkt weiterzuentwickeln und den Bedürfnissen des Kunden besser anzupassen
  • Produkte intelligenter zu machen wie beispielsweise bei Smartwatches
  • Um herauszufinden, welche Prozesse effizient sind und welche noch verbessert werden können
  • Um sie an Dritte weiterzuverkaufen

Nachdem festgelegt wurde, für was die Daten verwenden werden sollen, musst Du Dir die Frage stellen: „Woher bekomme ich meine Daten?“. Bei diesem Schritt sollte man zunächst zwischen internen und externen Daten unterscheiden. Die ausschlaggebende Frage ist, ob Du die von Dir gewollten Daten bereits besitzt oder erheben kannst oder ob Du externe Datenquellen Deines Unternehmens benötigst.

Falls Du festgestellt hast, dass Du interne Daten weiterverarbeiten möchtest, geht es nun darum einen Prozess zu erstellen, um diese Daten zu sammeln. Klassische interne Daten sind beispielsweise Google Analytics und die Search Console für die Überwachung der Webseitenbesuche oder die Nachverfolgung Deiner Marketingkampagnen.

Bei externen Daten bietet es sich an, diese Daten über Open Source Data  beschaffen oder diese von Drittanbietern zu kaufen. Open Data ist kostenlos und wird meistens über größere multinationale Organisationen zur Verfügung gestellt (wie beispielsweise der WHO oder der World Bank) oder von den jeweiligen Regierungsinstitutionen. Eine Bundesregierungsinitiative in Deutschland ist beispielsweise GovData.

Vergiss dabei aber nicht, dass Du im Vorfeld absteckst, welche Daten Du benötigst und somit das Sammeln unnötiger Daten verhinderst. Datensparsamkeit wird dabei von der Gemeinschaft und vom Gesetzgeber zunehmend gefordert und sollte deshalb unbedingt in Deiner Planung berücksichtigt werden

Wie gehe ich richtig mit den Daten um?

Was Du als Unternehmer über Data Analytics wissen musst

Die Menge der pro Nutzer gesammelten personenbezogenen Daten ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Der Datenschutz stellt deshalb verstärkt sicher, dass die Daten innerhalb eines Unternehmens nicht missbräuchlich oder falsch verwendet werden.

Unter personenbezogenen Daten versteht man Personaldaten wie Alter, Geschlecht und Familienstand, genauso wie Angaben über Dein Vermögen bspw. bei der Schufa-Auskunft, aber auch Dein Kaufverhalten. Bevor man die Daten erhebt, sollte man sich zunächst Fragen, ob man persönlich diese Daten auch Preis geben würde und es überhaupt erlaubt ist diese zu sammeln?

Wenn man diese Frage für sich geklärt hat, so kann man alle formalen Vorkehrungen treffen, welche von rechtlicher Seite vorgeschrieben wird. Das ist zum einen ein Impressum, aber auch eine Datenschutzerklärung.

Das Impressum dient als Anbieterkennzeichnung. Damit der Kunde feststellen kann, wer gerade die Daten erhebt. Im Folgenden haben wir Dir eine kleine Checkliste für das Impressum erstellt:

  • Es muss ein konkreter Ansprechpartner mit Vor- und Nachnamen definiert werden (bei juristischen Personen und Personengesellschaft ist dabei noch die Firmenbezeichnung zusätzlich zu ergänzen)
  • Eine vollständige Anschrift & die Erreichbarkeit über ein Mobiltelefon bei Rückfragen
  • Die Rechtsform und entsprechende Registernummer (abhängig von der Rechtsform)
  • Angaben zur zugehörigen Aufsichtsbehörde
  • Berufsspezifische Angaben bei Freiberuflern
  • wenn Journalismus/Medien verwendet werden erfolgt die Angaben eines Verantwortlichen

Im Gegensatz dazu sind bei der Datenschutzerklärung – nicht zuletzt bedingt durch die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) – deutlich mehr Sachen zu beachten, da diese umfangreicher ist. Ein weiteres Problem besteht darin, dass sich diese regelmäßig ändert und immer wieder andere Punkte relevant werden. Daher ist es wichtig sich regelmäßig darum zu kümmern. Im Folgenden möchten wir kurz wichtige Punkte der DSGVO beschreiben.

Ein erster wichtiger Punkt dabei ist, dass sobald Du als Nutzer aktiv auf eine Website zugreifst, Du aktiv auf das Verwenden von Cookies hingewiesen werden musst. Dabei reicht eine stille Zustimmung des Nutzers nicht mehr aus.

Von Seiten des Unternehmens ist es prüfen, ob ein Datenschutzbeauftragter im Unternehmen bestellt werden muss (ab einer Größe von 10 Personen).

Des Weiteren ist zu beachten, dass von Seiten des Unternehmens eine Rechenschaftspflicht besteht. Dabei muss der Unternehmer definieren, wie die Daten weiterverarbeitet werden. Am besten sollte hier konkretisiert werden, welche Daten erhoben werden und warum. Auf jeden Fall ist es hilfreich, diese zu dokumentieren und als Prozess zu definieren.

Ein weiterer Prozess bezieht sich auf die Absicherung. Das Unternehmen muss gewährleisten, dass es mit dem Prozedere vertraut ist, sofern eine Datenpanne entsteht oder Daten falsch weitergeleitet werden sollten.  

Ein letzter Prozess sollte sicherstellen, dass die Daten fristgerecht gelöscht werden.

Darüber hinaus bietet es sich an, in regelmäßigen Abständen eine Risikobewertung durchzuführen, um einzuschätzen, wie sensibel die Daten sind und ob ein Risiko vorhanden ist bzw. sich dieses erhöht oder verringert hat. Dies sollte auch an die Mitarbeiter weitergetragen werden und diese für das Thema sensibilisiert werden.

Was kann ich aus den Daten machen?

Verschiedene Möglichkeiten Daten zu visualisieren

Wenn Du nun diese ersten beiden Punkte schon erfolgreich umgesetzt hast, dann erklären wir nun kurz, wie Du Deine Daten weiterverarbeiten kannst.

Zum einen bietet sich die Möglichkeit an, die Daten mithilfe von Business Intelligence weiterzuverarbeiten.

Bei Business Intelligence Lösungen werden die Daten verwendet, um Reports und Dashboards zu generieren. Der einfache Grund hierfür ist der immense Gewinn an Messbarkeit, wodurch Prozesse verbessert werden können.

Beispiele dafür sind: „wie viel Werbung benötige ich, um durchschnittlich einen Kunden zu bekommen?“ oder „Wie lange halten sich Kunden durchschnittlich in meinem Geschäft auf?“

Aus den erworbenen Insights kann ich daraufhin Handlungen und Pläne definieren, wie ich ein besseres Kundenerlebnis schaffen kann und meinen Kunden länger in meinem Geschäft halte oder die Werbekosten pro Kunden senke.

Bei der Anwendung von Statistischen Methoden wird es dann etwas komplexer. Diese verwendet man, um Muster in den Datensätzen zu erkennen. Aufgrund dieser können auch wieder Handlungen abgeleitet werden.

Im Folgenden werden kurz verschiedene Möglichkeiten vorgestellt:

  • Assoziationsanalyse: Suche nach einer starken Regel, um daraus abzuleiten, wie Kunden sich verhalten. Bsp.: Wenn mein Kunde Bier kauft, dann kauft er sehr wahrscheinlich auch ein Schnitzel
  • Regression: Dabei soll eine Beziehung zwischen einer abhängigen Variablen und einer oder mehreren unabhängigen Variablen zeigen. Dadurch kann man Prognosen für die Zukunft erstellen. Bsp.: Wenn es 1 Grad wärmer ist, verkaufe ich 20 Eiskugeln mehr
  • Clustering: hier erfolgt die Einteilung von Personen oder Objekten in Gruppen. Ziel dabei ist, Ähnlichkeit in Gruppen festzustellen. Bsp.: Käufergruppen identifizieren

Fazit

Es gibt viele Gründe, warum auch Du Data Analytics in Deinem Unternehmen verwenden solltest. Anders als man vielleicht denkt, können selbst sehr kleine Unternehmen von einer struktierten Datenanalyse profitieren.

Das Problem ist nur, dass ein Großteil die relevanten Daten nicht einmal erhebt. Wie oben beschreiben, ist es zunächst wichtig, dass Du im Vorfeld definierst, welche Ziele Du erreichen möchtest (Mehr Kunden, bessere Planbarkeit usw.) und welche Daten Du dafür wirklich benötigst, um Prozesse oder Produkte in Deinem Unternehmen zu verbessern. Allerdings kann dies mit statistischen Methoden auch recht schnell anspruchsvoll werden.

Wenn Dir das Thema gefallen hat oder Du gerne mehr über Möglichkeiten zur Verwendung von Daten in Unternehmen erfahren möchtest, dann schreibe uns doch gerne via Mail oder über die sozialen Medien.

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